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Stefan Zweig: Der Amokläufer & Episode am Genfer See

Stefan Zweig:
DER AMOKLÄUFER
EPISODE AM GENFER SEE
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Zwei Novellen.
Neuausgabe. Hardcover.
Durchgehend illustriert. Großformat
176 Seiten
Illustriert von Michael Hahn
ISBN: 978-3-946423-07-2
Ladenpreis: 28 Euro

VÖ.: 21. 11. 2019 bei Topalian & Milani, Ulm

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Veranstaltungen zum Buch

Buchpremiere im Rahmen der Reihe „LiteraturKlassiker im Winter“ am 20. 11. 2019 um 19:30 Uhr in der Ulmer Buchhandlung Aegis.
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Blick ins Buch

„(..) Wissen Sie, wie das ist, wenn ein Mensch stirbt? Sind Sie schon einmal dabeigewesen, haben Sie es gesehen, wie der Leib sich aufkrümmt, wie die Kehle röchelt, jeder Finger sich stemmt gegen das Entsetzliche, und wie das Auge aufspringt in einem Grauen, für das es keine Worte gibt?“

DER AMOKLÄUFER

Wie mehrere andere Werke Zweigs, welcher seinerzeit vom Wirken Sigmund Freuds fasziniert war, hat auch Der Amokläufer einen starken psychologischen Hintergrund: Die Geschichte handelt von einer extremen Besessenheit, die den Helden dazu bringt, sein Berufs- und Privatleben dieser Leidenschaft zu opfern.
Bei einem nächtlichen Spaziergang auf dem Deck eines Dampfers begegnet der Ich-Erzähler einem Mann, der sichtlich verwirrt und ängstlich ist und jede Gesellschaft auf dem Schiff meidet. In der darauffolgenden Nacht treffen sich die beiden wieder und der Fremde – anfangs scheu und verlegen – vertraut dem Erzähler seine Geschichte an: Er arbeitete als Arzt in Indonesien, doch fühlte er sich dort gefangen „wie die Spinne im Netz“. Seinen tristen Alltag zerreisst das Auftreten einer Frau, deren kühle, überlegene Art ihn rettungslos fasziniert. Die Frau verlangt eine ungeheuerliche Tat von ihm –  und der Arzt, unvorsichtig in seiner plötzlichen Leidenschaft, verlangt von der Frau statt des Geldes eine gemeinsame Liebesnacht. Immer stärker treibt ihn die Bessenheit auf diese Frau, er verliert regelrecht den Verstand – und folgt der Frau gleich einem Amokläufer. Seine Besessenheit treibt ihn letztlich zu einer ungeheuerlichen Tat.

DER AMOKLÄUFER wurde erstmals 1922 in der Zeitung Neue Freie Presse veröffentlicht und wenig später in der Novellensammlung Amok: Novellen einer Leidenschaft als Buch publiziert.

 

EPISODE AM GENFER SEE

Täglich werden wir von furchtbaren Geschichten über Flüchtlinge und ihr Schicksal bedrängt – mehr Meldungen, als man ertragen und verarbeiten kann. Aber wenn, wie Franz Kafka sagte, die Literatur die „Axt an das gefrorene Meer in uns“ sein kann, dann mit dieser kurzen und bewegenden Novelle Stefan Zweigs.
Ein Flüchtlingsschicksal am Genfer See: Ein Fischer greift einen nackten, halbtoten Mann auf und rettet ihn. Der Mann landet in einer kleinen Dorfgemeinschaft – die ihn schnell loswerden will. Es kommt zu einem dramatischen Verlust von Mitmenschlichkeit und Leben.

In der Novelle „Episode am Genfer See“ kulminiert Zweigs visionäre Schreibkunst zum regelrechten Sinnbild auf das heutige Europa: Wo das eigene Wohlbefinden über die Mitmenschlichkeit siegt, hat das Miteinander keine Chance. Den ursprünglich „Der Flüchtling“ titulierten Text gilt als eine der schönsten Erzählungen Stefan Zweigs. Sie wirft aus der Vergangenheit ein helles Licht auf unsere Gegenwart.

„(…) eines jener kleinen Kreuze über namenlosem Schicksal, mit denen jetzt Europa bedeckt ist von einem bis zum andern Ende.“

Über den Autor

„Am Tage, da ich meinen Pass verlor, entdeckte ich mit achtundfünfzig Jahren, dass man mit seiner Heimat mehr verliert als einen Fleck umgrenzter Erde“.
(aus: „Erinnerungen“)

Stefan Zweig wurde am 28. November 1881 in Wien als Sohn des Textilindustriellen Moritz Zweig geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Wien 1891-1899 studierte er Germanistik und Romanistik und wurde mit einer Arbeit über Die Ursprünge des zeitgenössischen Frankreich 1904 in Wien zum Dr. phil. promoviert.
Unter dem Einfluß Hofmannsthals schrieb er früh Gedichte (Silberne Saiten, 1901). Seine ersten Novellen (D) erschienen 1904. Weitere Novellenbände (Brennendes Geheimnis, 1911, Amok, 1922, Sternstunden der Menschheit, 1927) folgten und machten ihn weltberühmt wie auch seine großen Biographien (Romain Rolland, 1921, Joseph Fouché, 1929, Maria Stuart, 1935,Magellan, 1938, Balzac, postum 1946).
Viele Studien- und Vortragsreisen führten ihn nicht nur in die westeuropäischen Länder, sondern auch nach Indien 1910, Nord- und Mittelamerika 1912, die Sowjetunion 1928 und ab 1935 mehrfach nach Südamerika. 1938 war seine erste Ehe geschieden worden, 1939 heiratete er Lotte Altmann.
Er lebte kurze Zeit in New York und siedelte 1941 nach Petropolis (Brasilien) über, wo er am 22. Februar 1942 zusammen mit seiner zweiten Frau den Freitod suchte.

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Inhalte folgen

Die Buchgestaltung

Die Gestaltung und Bebilderung der Novellen von Stefan Zweig übernahm der gebürtiger Oldenburger Michael Hahn.

Hahn wuchs in Luzern und Konstanz auf und studierte zunächst Grafik-Design, dann Illustration in Hamburg. Seit 1992 arbeitet er als freier Grafiker und erwarb sich mit seinen Arbeiten u.a. für das Schauspiel Bonn, die Theater Lübeck, Bremerhaven und Detmold, aber auch für das »Boston Magazine«, die »Los Angeles Times«, die »Süddeutsche Zeitung« oder den »Rolling Stone« deutschlandweit und international einen Ruf als vielseitiger und origineller Künstler. Vielfach wurden seine Arbeiten prämiert, etwa beim Wettbewerb »Communications Arts« in den USA, mit dem Dr.-Hedwig-Meyn-Preis der Stadt Lüneburg und beim Wettbewerb »100 beste Plakate 2004«, dem bedeutendsten Plakatwettbewerb in Österreich, der Schweiz und Deutschland. Zuletzt wurde das von Michael Hahn grafisch gestaltete und illustrierte Spielzeitheft des Landestheaters Detmold mit dem »German Design Award 2015« ausgezeichnet, einem der wichtigsten Preise im
Bereich künstlerischer Gestaltung.

Michael Hahn lebt in Hamburg.