• Home
  • /
  • /Edition Hibana | Joachim Ringelnatz: Trostworte an einen Luftkranken

Edition Hibana | Joachim Ringelnatz: Trostworte an einen Luftkranken

Joachim Ringelnatz:
Trostworte an einen Luftkranken

Erstausgabe 2021 | 48 Seiten
Pappband, gedruckt auf Munken,
durchgehend farbig illustriert von
Florian L. Arnold
Gestaltete Vor- und Nachsatzpapiere
Limitierte Auflage: 260 Exemplare

ISBN: 978-3-946423-16-4
Ladenpreis: 16 €
VÖ.: 01/08/2021

Erstausgabe

Joachim Ringelnatz wurde als jüngstes von drei Geschwistern in einem Wohn- und Geschäftshaus am Crostigall 14 in Wurzen bei Leipzig um „11 ¾ Uhr“ in einem Zimmer über dem Flur geboren, wie der Geburtsschein der Hebamme belegt. Seine Eltern waren beide künstlerisch tätig. Sein Vater Georg Bötticher, der einer thüringischen Gelehrtenfamilie entstammte, war ein Musterzeichner und später hauptberuflicher Verfasser von humoristischen Versen und Kinderbüchern. Er veröffentlichte vierzig Bücher, unter anderem in Reclams Universal-Bibliothek. Die Mutter Rosa Marie, Tochter eines Sägewerksbesitzers, zeichnete ebenfalls, entwarf Muster für Perlstickereien und stellte Puppenbekleidung her.

Ringelnatz hatte sich in den Kopf gesetzt, Seemann zu werden. Von April bis September 1901 arbeitete er als Schiffsjunge auf dem Segelschiff Elli. Seine Erfahrungen waren ernüchternd: Der sächselnde, kleingewachsene Ringelnatz wurde Zielscheibe von Beleidigungen (der Kapitän nannte ihn „Nasenkönig“), Schikanen und körperlicher Gewalt. In Britisch-Honduras riss er aus, verirrte sich im Urwald und wurde endlich ergriffen, um auf der Rückfahrt noch mehr durchzumachen. Zurück in Hamburg war er arbeitslos und litt Hunger. Ende des Jahres war er Aushilfe in Malferteiners Schlangenbude auf dem Hamburger Dom (er half, die Riesenschlangen zu tragen). Dies war nur einer der über dreißig Nebenberufe, die Ringelnatz während seiner Seemannszeit ausübte und die ihm einen reichen Erfahrungsschatz einbrachten, aus dem er seine Text- und Bildkunst erschuf.

„Wenn du so leicht in den Lüften kreist,
Ein wenig wippst und ein wenig dich wiegst,
Fehlt nur noch, daß du trillerst und singst
Wie ein Vogel im erdfernen Glück.
Ach dann scheint uns: Am liebsten gingst
Du gar nicht wieder zum Boden zurück.
Um Gottes willen, du Loser, entrinn nicht
Der Erde, die doch menschlich dich schuf.“

Joachim Ringelnatz

Mit diesem fein illustrierten, bibliophil gemachten Bändchen zeigen wir den großen Joachim Ringelnatz als Verehrer und augenzwinkernden Spötter des Flugwesens. Ob es nun eine abenteuerliche Ballonfahrt, eine Fliege im Flugzeug, eine abenteuerlustige Freundin am Seil in höchsten Lüften ist – Ringelnatz findet immer einen geistreichen Reim auf Ungereimtes. Und es erweist sich, daß seine Gedanken zu menschlichen Flugabenteuern auch beinah 100 Jahre nach ihrem Entstehen nichts an Witz und Gültigkeit verloren haben. Im Gegenteil: Lest diese Texte, wenn ihr flugkrank oder Vielflieger seid, wenn ihr einen Fesselballon besitzt oder einen Zeppelin. Und damit das Lächeln nicht endet, sind Ringelnatzens Zeilen mit farbigen Zeichnungen von Florian L. Arnold garniert, die ihrerseits augenzwinkernd ihre Referenz an den Meister des heiteren Gedichts erweisen.

Über den Künstler

Joachim Ringelnatz (* 7. August 1883 in Wurzen als Hans Gustav Bötticher; † 17. November 1934 in Berlin) war ein deutscher SchriftstellerKabarettist und Maler, der vor allem für humoristische Gedichte um die Kunstfigur Kuttel Daddeldu bekannt ist. Er war bekannt zur Zeit der Weimarer Republik und zählte Schauspieler wie Asta Nielsen und Paul Wegener zu seinen engen Freunden und Weggefährten. Sein teils skurril, expressionistisch, witzig und geistreich geprägtes Werk ist noch heute bekannt.

Florian L. Arnold hat eine Schwäche für Humor mit schwarzer Note, Wortspielerei und Phantastik. Das Projekt, Ringelnatz zu illustrieren, ging er schon 2010 an. Jetzt erst kommt es zur Publikation in diesem Bändchen, das alle Fluggedichte Ringelnatzens versammelt.

Pressematerial

Bilder zum Buch